Huawei Mate 9 Testbericht

Ob wohl Huawei mit dem P10 vor kurzem sein neustes Smartphone präsentiert hat ist das Mate 9 das für mich interessantere Gerät gewesen. Und das beziehe ich schlicht und einfach auf die Displaygröße in einem relativ kompaktem Gehäuse. Hinzu kommt das ich mir von dem 4000 mAh Akku sehr viel versprochen habe. Ich hatte rund 5 Wochen Zeit um mir das Mate 9 als meinen "daily driver" genauer anzuschauen. Es versteht sich von selbst das in dieser Zeit kein abschliessendes Urteil gebildet werden kann, aber mehr als nur ein 1. Eindruck war in dieser Zeit natürlich möglich.

Zunächst einmal komme ich zum Design und zur Verarbeitung.

Das Gerät kommt in einer flachen quadratischen Verpackung mit einem dezenten Schriftzug der auf das enthaltene Gerät hinweist. Die art der Verpackung und wie das Gerät dort platziert wurde wirken sehr edel und hochwertig. Des weiteren findet man in der Verpackung folgendes Zubehör: 

-Steckdosen-Adapter

-USB Daten- und Ladekabel (USB-C)

-USB-C-zu-Micro-USB-Adapter

-Headset

-Kunststoff-Schutzhülle

-SIM-Slot-Öffner

-Handbuch

Nimmt man das Gerät das erste mal in die Hand stellt sich sofort (zumindest bei mir ) dieser wow Effekt ein. Ich zähle zu den Menschen bei denen genau dieser Effekt auch einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten hat. Das Unibody Metallgehäuse fühlt sich absolut fantastisch an. Die Verarbeitung ist beeindruckend, es existieren praktisch keinerlei Spaltmaße. Alles sitzt fest, die Druckpunkte der Tasten sind sehr angenehm. Nichts knarzt oder wackelt.

Ich bin ein iPhone 7 Plus User, aber das Mate 9 ist mit seinem 5,9 Zoll Display nicht größer als mein iPhone 7 Plus mit 5,5 Zoll. Das kann man nicht nur vom Datenblatt ablesen, man merkt und sieht es auch.

Das IPS Display hat eine Full-HD Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Weder die Farbwiedergabe noch der Kontrast geben Anlass zur Kritik, auch wenn einige wohl auf ein Display mit 2560×1440 Pixeln gehofft hatten. 

Aber das würde dann wohl auf die Akkulaufzeit gehen, aber dazu später dann mehr. 

Auch die inneren Werte spielen in der Smartphone Oberliga. Zum Einsatz kommt der hauseigene leistungsstarke Kirin 960-Prozessor, 4GB RAM, 64GB UFS Datenspeicher, eine 20 + 12 MP Hauptkamera, eine 8MP Frontkamera, ein großer 4000mAh Akku, Dual SIM, sowie USB C mit SuperCharge sowie ein Infrarot Sensor.  

Von den 64 GB Speicher stehen jedoch nur 50 GB zur Verfügung, der Rest wird vom System benötigt. 

Wem dieser Speicher nicht ausreicht kann per microSD-Karte bis zu 128 GB nachrüsten. Dann entfällt allerdings die Möglichkeit zur Nutzung einer 2.Sim Karte. Ich habe eine 2. Sim Karte benutzt. Im 1. Sim Karten Slot hatte ich meine Standard Sim von meinem Telekom Vertrag, den 2.Sim Karten Slot habe ich für einen Prepaid Datentarif genutzt.

Das heisst ich hatte zusätzliche 5 GB Daten zur Verfügung. Man kann in den Einstellungen auch festlegen welche die Standard Sim für Anrufe und welche die Sim für Daten sein soll. Das aktivieren und deaktivieren ist mit einem Klick in den Einstellungen möglich.

Ich habe zuerst nur die Sim Karte von meinem Telekom Vertrag aktiviert, als sich das Datenvolumen dem Ende entgegen neigte habe ich die 2. Sim die einen reinen Datentarif beinhaltete aktiviert und diese für das mobile Internet genutzt.

Finde ich genial. Aber auch derjenige der ein Smartphone für private, und eines für dienstliche Zwecke dabei haben muss kann hier 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das ist definitiv ein Feature was ich auf meinem iPhone wieder vermisse.

Kommen wir zum Akku, halten 4000 mAh das was man sich von so einem großen Akku verspricht ? 

Ich für meinen Teil kann das ganz klar bestätigen. Auch bei "intensiver" Nutzung musste das Mate 9 bei mir fast immer erst nach 2 Tagen ans Stromnetz. Nun intensive Nutzung ist natürlich immer sehr subjektiv, ich habe damit sehr viel fotografiert, ein wenig gespielt und sonst halt auch das gemacht was ich mit meinem iPhone tun würde.

Dazu gehören vor allem Twitter, Mails lesen und beantworten, etwas Instagram, Musik hören über Apple Music ( ja richtig ;) ) sowie das nutzen von Messaging apps. Bei automatischer Helligkeit hatte ich eine Display-On-Zeit von 5-8 Stunden.

Da schliesst sich dann auch der Kreis zu meiner angesprochenen Displayauflösung von 1920 X 1080.

Das "befeuern" mit mehr Pixeln hätten dann wohl auch bei mir zu einem ganz anderen Ergebnis bezüglich der Akkulaufzeit geführt. Mit der SuperCharge Technologie konnte ich einen leeren Akku von 0 auf knapp über 50 % in ca.30 Minuten wieder aufladen. Von 0 auf 100 % sind in ca. 90 Minuten. Das ist für einen 4000 mAh Akku wohl mehr als respektabel. 

Bei der Kamera setzt Huawei weiter auf eine Kamera mit Leica Branding. Das kennen wir auch schon seit dem P9.

Wobei die Kooperation auch nur die Rückseitige Hauptkamera betrifft. Es kommen zwei Sensoren zum Einsatz.

Ein 20 MP Monochrome Sensor, sowie ein 12 MP Farbsensor, ein optischer Bildsensor ist ebenfalls mit an Bord.

Beim fotografieren arbeiten beide Sensoren zusammen, das heisst das beide Sensoren Informationen sammeln und diese dann zu einem Resultat zusammenfließen lassen. Das sorgt für knackige und farbechte Fotos bei Tageslicht, aber auch bei schlechteren Lichtverhältnissen sind beachtliche Bilder möglich. Wenn gleich die Qualität der Bilder meiner Meinung nach nicht ganz an die von meinem iPhone 7 Plus heranreichen. Aber auch da gehen die Meinungen sicherlich auseinander.

Eine große Stärke ist die Software für die Kamera, etwas verspielt aber doch mit vielen sinnvollen und schönen Möglichkeiten mehr aus seinen Bildern herauszuholen.

Der Fingerabdrucksensor ist super schnell, obwohl ich die Rückseite immer noch nicht als geeignete Stelle dafür betrachte. Aber wäre er wie beim aktuellen P10 unterhalb des Displays hätte die Gehäusegröße vermutlich etwas andere Ausmaße gehabt. Die Emui 5.0 Oberfläche von Huawei ist etwas Apple ähnlich, was man auch daran erkennt das standardmäßig der Appdrawer nicht aktiviert ist und alle apps auf verschiedenen Homescreens angeordnet sind.

In den Einstellungen sowie im Einrichtungsdialog kann dieser aber aktiviert werden.

Nach kurzer Zeit habe ich aber den Nova Launcher als Standard eingestellt. Er bietet halt sehr viele Möglichkeiten alles nach seinen Wünschen einzurichten. Rastereinstellungen, Icon-Größe sowie das installieren von icon Paketen sind nette Spielereien die man als iOS User natürlich nicht kennt.

Mein Fazit zum Gerät selber ist sehr positiv. Ein toll verarbeitetes Unibody Metallgehäuse, verbaute Hardware die wohl alles hergibt was bis zum erscheinen des Mate 9 möglich war. und dazu dieser wow Effekt wenn man das riesige Display zum ersten mal sieht und das tolle Material zum ersten mal in den Händen hält. 

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